Sehr geehrte Frau Schwarz,

ich bin 23 jahre alt und vor einem 3/4 jahr für´s studium nach b.gekommen. ich habe mit 18 jahren in m. eine 1 1/2 jährige psychotherapie begonnen, die ich dann aber wegen mangelndem erfolg abgebrochen habe.

da ich zur zeit wieder sehr depressiv bin (ich leide unter ständiger müdigkeit, antriebs- und perspektivenlosigkeit, was mein Studium stark beeinträchtigt) bin ich nun hier auf der suche nach einem guten therapeuten, der mir unter anderem sowohl bezüglich meiner problematischen einstellung zu meinem körper und zur sexualität, als auch meiner wahrscheinlich psychosomatischen hautprobleme (eine art neurodermitis) helfen kann.
dabei bin ich mir allerdings nicht im klaren, ob es für mich besser wäre, einen weiblichen therapeuten aufzusuchen, da ich speziell bei männern schwierigkeiten habe, vertrauen aufzubauen und mich ernst genommen zu fühlen.

ich bin einerseits so hoffnungslos was meine lage betrifft und enttäuscht von medizinern, die mich nicht ernst genommen haben, und andererseits bin ich aber nicht bereit meine situation als schicksal hinzunehmen.

bitte helfen Sie mir, indem Sie mir therapeuten empfehlen, die bei meiner problematik infrage kommen!

ich hoffe auf eine antwort von Ihnen und danke im voraus,

Anja S.

Sehr geehrte Frau S.,
die mutige, offene Beschreibung Ihrer Probleme macht deutlich, wie wichtig es für Sie wäre, eine vertrauensvolle Therapeutin zu finden. Ihre Enttäuschung in Bezug auf Mediziner und den scheinbaren Misserfolg Ihrer Therapie sollte sie nicht mutlos werden lassen, da Therapie eine gute Möglichkeit sein kann, sich mit den Ursachen von Symptomen, den inneren Konflikten und so mit den eigenen unbewussten Seiten auseinanderzusetzen, Entwicklungspotenzen freizusetzen, Entwicklung wieder in Gang zu bringen. Voraussetzung ist hierfür eine therapeutische Beziehung, in der sie sich aufgehoben und verstanden fühlen, wo es aber auch möglich ist, sich konflikthaft auseinanderzusetzen. Von meiner Seite ist es deshalb schwer, Ihnen einen "guten" Therapeuten zu empfehlen. Sicher verstehen Therapeuten ihr Handwerk unterschiedlich gut, weshalb es wichtig ist, sich an Therapeuten zu wenden mit fundierter theoretischer und praktischer Ausbildung, wie es z.B. bei Therapeuten anerkannter psychoanalytischer Institute der Fall ist. Desweiteren ist es wichtig, sich darüber klar zu werden, auf welche therapeutische Richtung man sich selbst einlassen möchte. Von den Krankenkassen zugelassen sind psychoanalytisch, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapien und die Verhaltenstherapie. Während letztere lernpsychologisch ausgerichtet ist, geht es in psychoanalytischen Therapien um die Bearbeitung innerpsychischer Konflikte unter Einbeziehung der bisherigen Entwicklung. Innerhalb der psychoanalytischen Richtung gibt es ebenfalls verschiedene methodische Herangehensweisen wie die Psychoanalyse nach Freud bzw. seinen Nachfolgern oder die Analytische Psychotherapie nach C.G. Jung (s. auch Hinweise von Dr. Wischmann Heidelberg - eine Link in meiner homepage). Konnten Sie die "Richtungsfrage" für sich klären, kommt der schwierigste Schritt - einen entsprechenden Therapeuten zu finden - der für Sie ein guter ist. Hierfür ist es möglich, die probatorischen Sitzungen zu nutzen, die vor der eigentlichen Therapie liegen können, in der Patient und Therapeut prüfen können, ob eine für den Erfolg der Therapie positive therapeutische Beziehung möglich erscheint. Es wird vielleicht klar, dass es für einen "außenstehenden" Menschen schwierig ist, Ihnen einen konkreten Therapeutenrat zu geben - es könnte möglicherweise enttäuschend für Sie sein. Was können Sie also tun: Es gibt
> 1. bei der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin einen Lotsendienst, der eine Liste von Therapeuten mit freien Plätzen hat -
> 2. die Ambulanz des Instituts für Psychotherapie  hat eine Vermittlungsstelle, in der erste Gespräche geführt werden und entsprechend Ihren Wünschen und Vorstellungen eine Therapeutenvorauswahl möglich ist

Seit 2 Jahren besuche ich eine Therapie, doch ich bin mit meiner Therapeutin nicht zufrieden ... das war ich schon zu Beginn der Therapie nicht, doch ich traute es mich nie zu sagen. Und so besuche ich Woche zu
Woche diese Praxis mit dem Gefühl: ich will dort gar nicht hingehen und bringen tut es mir auch nichts.
Ich habe schon öfters überlegt den Therapeuten zu wechseln, doch ich hatte nicht den Mut, kann mich einfach nicht von ihr lösen. Irgendwie komme ich mir abhängig vor. Als ich mich dann einmal überwandt mit ihr darüber zu sprechen - war es die reinste
Katastrophe - sie war total enttäuscht und ich mußte mir Vorwürfe anhören, die mich sehr verletzt haben. Doch trotzdem kann ich micht nicht von ihr lösen, denn meine Eltern sind so überzeugt von ihr. Für sie ist meine Therapeutin die Beste und die Einzige, die an mich heran soll. Obwohl meine Eltern sie gar nicht ausgesucht haben, sondern das das Krankenhaus dies erledigte.

Was soll ich nun machen?

Liebe V.,
ich habe Ihre Anfrage mit Interesse gelesen und möchte sie auch gern beantworten, soweit es mir möglich ist. Vorausschicken möchte ich jedoch,dass das, was ich im Folgenden schreiben werde, meinem Gefühl und meiner Erfahrung entspringt.
Es entspricht also nicht der absoluten Wahrheit, da es diese nicht geben kann, jeder Mensch die Welt mit seinen Augen sieht und die Eindrücke an der inneren Erfahrungs- und Gefühlswelt gebrochen werden. Dies
ist auch daran ersichtlich, dass zwar Ihre Eltern die Therapeutin als positiv erleben, aber Sie das Empfinden haben, nicht die für Sie hilfreiche Beziehung herstellen zu können. Bedenklich ist, dass Sie dieses Gefühl schon 2 Jahre haben, so dass die Gefahr besteht, dass es bei Ihnen zu einer eher negativen Einstellung gegenüber Psychotherapien kommen kann. Sie können so die eigentlich nützlichen Möglichkeiten einer Psychotherapie, Potenzen zu wecken und Entwicklung voran zu bringen, wenig erfahren. Auf diese Weise wirkt die Therapie eher schädlich, als dass sie Nutzen bringt. Vielleicht sollten Sie das Folgende für sich kritisch bedenken und dann entsprechende Schlussfolgerungen ziehen, möglicherweise die Therapeutin wechseln, was in Ihrem Alter auch nach österreichischem Recht als von den Eltern unabhängige Entscheidung möglich sein müsste.
Ich weiß nicht, unter welchen Umständen Sie in die Therapie gegangen sind -nach Klinikaufenthalt? - freiwillig oder gezwungen? Da ich davon ausgehe, dass ein bestimmter Zwang vorhanden war, eine Therapie zu beginnen, ist es möglich, dass Sie das daraus entstandene negative Gefühl von Anfang an auf die Therapeutin übertragen haben: Sie wurde zur "bösen Mutter" - wenn nicht bewusst, dann unbewusst. Das Gleiche gilt auch dem Fakt, dass das Krankenhaus bzw. Ihre Eltern die Therapeutin mehr oder weniger für Sie
ausgesucht haben - das zu einer Zeit, in der Jugendliche gewöhnlich gegen ihre Eltern rebellieren, die Loslösung vom Elternhaus beginnt und damit auch die Selbstständigwerdung und -entscheidung. Insofern entstanden für den Beginn der Therapie nicht besonders gute Ausgangsbedingungen. Manchmal ist es wichtig, trotzdem eine Therapie in Angriff zu nehmen, z.B. wenn es um den Schutz des Lebens des Patienten geht - z.B. bei Suizidgefahr oder Magersucht. Aber auch in diesen Fällen ist es wichtig, dass der Patient in die Therapeutenentscheidung einbezogen wird, da man sagen kann, dass die therapeutische Beziehung eines der wichtigsten Momente für den Erfolg einer Therapie darstellt.
Widerstände gegen Therapie und Therapeuten treten allerdings in jeder tiefergehenden Therapie im Verlauf der Zeit auf und sind sogar notwendig, um die grundlegenden innerpsychischen Konflikte zu bearbeiten. Zu diesem Zeitpunkt sollte man auf keinen Fall den Therapeuten wechseln. Ein Psychoanalytiker bearbeitet diese Phase dann intensiv mit dem Patienten.
Diese Arbeit ist sehr schwierig, kann dann aber den entscheidenden Erfolg für den Patienten bringen. Aus diesem Grunde verstehe ich nicht so ganz, dass Ihre Therapeutin in der beschriebenen Art und Weise reagiert hat - ich weiß allerdings auch nicht, welcher Therapierichtung sie angehört.
Eine andere Frage ist Ihr Abhängigkeitsgefühl. In gewisser Weise gehört dies zu einer intensiven Psychotherapie. Auf der anderen Seite muss es jedoch Ziel einer Jugendlichentherapie sein, den Patienten selbstständig und unabhägig werden zu lassen. Das heißt die Abhängigkeit darf nur so weit gehen, dass die Sicherheit besteht, die vorhandenen Probleme und Konflikte
bearbeiten zu können - im "geschützten Raum". Es muss aber gleichzeitig gewährleistet sein, dass der Jugendliche sich als unabhängige Persönlichkeit sehen kann, frei in seiner Entscheidung. Therapie soll also nicht die elterliche Bindung und Abhängigkeit ersetzen, sondern den Jugendlichen anregen, über sich nachzudenken, selbst für sich Verantwortung zu übernehmen und damit unabhängig zu werden.
Vorerst noch eine letzte Idee, die Sie überdenken sollten. Abhängig kann man nach meiner Meinung entw eder nur werden, wenn man "hypnotisiert" ist oder wenn man den anderen braucht, ohne ihn nicht leben kann, weil er einem etwas gibt, was man sonst vermisst. In diesem Zusammenhang sollten Sie noch einmal in Gedanken an den Anfang der Therapie zurückkehren und Ihre Entwicklung bis zum heutigen Tag überprüfen und kritisch hinterfragen, ob es in Ihrer Therapie nicht doch Erfolge gegeben hat - vielleicht winzige Schritte vorwärts.

Ich hoffe, dass Sie aus meiner Antwort ein paar Anregungen erhalten haben,eine Entscheidung für sich zu treffen, die Sie in Ihrer Entwicklung weiterbringt. Ich stehe auch gern für weiterführende Fragen zur Verfügung, würde mich freuen, wieder etwas von Ihnen hören.

Spieltherapie

Hallo!
Ich schreibe derzeit meine Diplomarbeit zum Thema"Spieltherapie" und suche dringend noch aktuelle
und informative Literatur. Außerdem würde ich gerne Personen aus der Praxis befragen, wie sie mit der Spieltherapie arbeiten und für wie wirksam sie sie einschätzen.Vielleicht können Sie mir ja weiterhelfen,
oder sich eventuell für ein Interview bereiterklären, falls sie überhaupt mit der Spieltherapie arbeiten.
Ich danke Ihnen sehr herzlich,
Verena H

Zur Bearbeitung innerpsychischer Konflikte ist das Spiel eines der Hauptmedien der analytischen Kinderpsychotherapie. Es geht hierbei jedoch nicht darum, wie in anderen Therapieformen z.B. der Ergotherapie oder lernpsychologisch orientierten Psychotherapien bestimmte Fertigkeiten mit Hilfe des Spiels zu entwickeln, in denen im Gegensatz zur Kinderanalyse das Spiel, der Umgang mit den Gegenständen und die dazugehörigen Lernprozesse, Ziel der Therapie ist. In der Kinderanalyse ist das Spiel eher Mittel zum Zweck. Über das Spiel erlangt der Therapeut Zugang zum Unbewussten, so wie es in der Psychoanalyse Erwachsener z.B. unter Nutzung der freien Assoziation geschieht. In den Anfangsjahren der Psychoanalyse ging man davon aus, dass mit Kindern ein solches psychotherapeutisches Vorgehen nicht möglich ist, bis die Erfahrung zeigte, dass Kinder im Spiel unbewusste Konflikte abbilden. An diesem Punkt setzt dann die Intervention durch den Therapeuten ein, mit Hilfe verbaler Deutungen oder auch entsprechender Handlungen. Ziel ist es, den Patienten innerpsychische Konflikte bewusst zu machen, um sie auf dieser Ebene zu bearbeiten und eine Lösung zu finden oder aber unbewusste Prozesse anzuregen, um eine ins Stocken geratene Entwicklung wieder in Gang zu setzen. Sollten Sie Ihre Diplomarbeit über diese Art "Spieltherapie" schreiben, stehe ich Ihnen für ein Interview und Literaturhinweise gern zur Verfügung. Aktuelle Literatur können Sie ansonsten aus der Fachpresse entnehmen wie z.B. "Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie" mit Praxisbeispielen aus der Kinderanalyse und Buchbesprechungen. so finden Sie z.B. im Heft 102 (2/1999) Die Buchbesprechung zu Verena Rossetti-Gsell: Spielen - Sprache der kindlichen Seele oder im Heft 103 zu Lutz Müller/Dieter Knoll: Ins Innere der Dinge schauen. Mit Symbolen schöpferisch leben (siehe auch die "Buchtips" auf meiner homepage). Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie mich auch per e-mail erreichen.
Viele Grüße Antje Schwarz

Ein Gedicht

Erdbeeren Beeren von der Erde, voll und rund, zergehen in meinem Mund, rutschen durch die Kehle, auch in meine Seele. Röten sie, mit kleinen grünen Punkten, und für Sekunden, fühl´ich mich mit dir Mama Erde, auf´s innigste verbunden. Ich finde dieses Gedicht von mir paßt wunderbar als Kommentar zu ihrer so liebevoll und warm gestalteten Homepage. Herzliche und kollegiale Grüße

Lieber Herr W,
ich habe mich sehr über Ihr Gedicht im Gästebuch gefreut, vielen Dank! Interessant, von so einer Möglichkeit zu erfahren, wie Initiationsriten jungen Menschen wieder nahegebracht werden. Da Initiation im psychischen Leben eine große Bedeutung hat, spielt sie auch in der jungianischen Psychotherapie eine wichtige Rolle. Insbesondere den tiefgreifenden Wandlungsprozess beim Übergang ins Erwachsenenleben erfahren viele Jugendliche als Verunsicherung - im Konflikt hin- und hergerissen, noch im Paradies, der geborgenheitvermittelnden Kindheit zu verharren und der Notwendigkeit, sich loszulösen, den Schritt in ein autonomes Leben zu gehen. Krisenhafte Umweltbedingungen verschärfen derartige Konflikte, besonders weil die meisten Menschen den Reifungsprozess unterstützende Initiationsriten kaum noch entsprechende Bedeutung zumessen, diese so keine Anwendung finden und nicht stabilisierend wirken können. Insofern finde ich Ihr Anliegen, junge Menschen wieder an solche Initiationsriten heranzuführen, in dieser “haltlosen” Zeit besonders wichtig.
Mit herzlichen Grüßen Antje Schwarz

Sehr geehrte Frau Schwartz,
ich hoffe sehr, daß Sie mir helfen können.
Seitdem ich aus meinem Internat weg bin (habe letztes Jahr Abi bemacht) fühle ich mich zunehmend depressiver. Eigentlich hatte ich mich doch auf mein Studium gefreut und nun habe ich eigentlich zu garnichts mehr Lust, habe keine Energie (es sei denn ich spiele gerade Hockey) und habe schon fast Kontaktzwang, weil ich vor Einsamkeitsgefühlen kaputt gehe. Mein größtes Problem aber ist, dass ich nun schon seit 3 Jahren an Bulimie leide. Es tritt immer nur Phasenweise auf, aber zur Zeit ist es besonders schlimm, und das obwohl ich gerade einen Freund gefunden habe mit dem ich eigentlich sehr glücklich bin. Meine Bulimie ist nicht immer akut, es kommt in Phasen. Ich habe mich sogar schon meiner Freundin geöffnet und sie um Hilfe gebeten, aber sie ist wohl machtlos.
Bitte sagen Sie mir wie komme ich am besten alleine davon los, denn eine Therapie kann ich nicht machen, denn meine Eltern dürfen es auf keinen Fall erfahren!

Ich würde mich freuen, bald von Ihnen zu hören.

Danke!

Ihre A.

Liebe A,

bei dem, was Sie beschreiben, handelt es sich um eine schwerwiegende Symptomatik, die einer therapeutischen Behandlung bedarf. Da Sie 21 Jahre alt sind, brauchen Sie kein Einverständnis von Ihren Eltern, wenn Sie eine Therapie aufnehmen, auch wenn Sie familienversichert sind. Möglicherweise hat Ihr Leiden gerade auch damit zu tun, dass es Ihnen schwerfällt, sich als eine von Ihren Eltern unabhängige Persönlichkeit zu sehen. Sie sind in einem Alter, in dem Sie anfangen sollten, eigene Wege zu gehen. Deshalb empfehle ich Ihnen dringend, sich therapeutische Hilfe zu suchen. Vielleicht finden Sie in Ihrer Nähe auch eine Selbsthilfegruppe, die Ihnen die ersten Schritte zu einer Therapie erleichtern kann.

Ich wünsche Ihnen viel Glück.
Viele Grüße
Antje Schwarz

Was ist der Unterschied zwischen Spielpädagogik und Spieltherapie?
Ich befasse mich mit der Kinderpsychotherapie von Axline (Spieltherapie) und Oaklander (Gestalttherapie)und soll in meiner Arbeit den Unterschied zur Spielpädagogik aufzeigen. Kann mir denn jemand erklären, was Spielpädagogik und was Spieltherapie ist?
Vielen Dank!

Spielpädagogik und Spieltherapie unterscheiden sich in Zielsetzung und Methodik. Bei der Spielpädagogik geht es darum, dass Kinder mit dem Spiel verschiedenste Fertigkeiten und Fähigkeiten erwerben, um so auf das Erwachsenenleben vorbereitet zu werden. Der Pädagoge hat hier z.B. die Aufgabe, das Kind anzuleiten, ihm zu erklären, wie es mit den Dingen umgehen kann, es dabei zu begleiten und zu unterstützen.
Wird das Spiel als Medium in der Psychotherapie eingesetzt, stützt man sich auf die Erfahrung, dass Kinder im selbstgewählten Spiel unbewusste psychische Inhalte symbolisieren. Der Therapeut greift weniger ins Spiel ein, sondern bringt innerpsychische Konflikte deutend ins Bewusstsein und bearbeitet sie mit dem Kind. Auf diesem Wege sollen innerpsychische Konflikte gelöst und so die darauf basierenden Symptome beseitigt werden.  A.S.

Hallo Antje!
Danke erstmal für deine Antwort! Siche rweiß ich, dass ich HILFE brauche, aber ich habe einfach Angst, dass das meine Mam alles erfährt und mich dafür hasst, das ich ihr nichts gesagt habe. Außerdem habe ich Angst, in eine psychische Klinik abgeschoben zu werden. Aber am meisten Angst habe ich vor mir selber, weil ich nicht weiß, zu was ich noch alles in der Lage bin. Ich habe schon 2 Selbstmordversuche hinter mir und manchmal wünsche ich mir, dass mein Bruder mich damals umgebracht hätte, dann würde ich mit meinem Leben jetzt nicht solche Probleme haben.
Oki, bevor ich dir noch weiter auf die Nerven gehen, höre ich am Besten jetzt an dieser Stelle auf!

Liebe A,

Therapeuten sind zum Schweigen gegenüber der Umwelt verpflichtet. Entsprechend erfährt auch
niemand, der es von deiner Seite aus nicht erfahren soll, dass du in Therapie bist und somit auch nicht, aus welchen Gründen. Dies ist Voraussetzung dafür, dass du dich dort dann auch öffnen und entlasten, Lösungen für dich und dein weiteres (glücklicheres) Leben finden kannst. Den Schritt zu einer Therapeutin solltest du möglichst tun, bevor eine schwerere Krise eintritt und z.B. bei akuter Suizidgefährdung eine Klinikeinweisung als notwenig betrachtet wird. Ansonsten kannst du ohne deine Zustimmung in keine psychiatrische Klinik "abgeschoben" werden.

Nur Mut!
Viele Grüße Antje Schwarz

hallo,
ich kann anika sehr gut verstehen, denn mir geht es genauso. auf einer weise sind therapeuten zum schweigen verpflichtet, doch was, wenn der/die patient/in extreme suizidgedanken mit sich trägt?
ich kenne einige die wurden gegen ihren willen in eine klinik eingeliefert. wie ist das möglich??

Idealerweise sollten die hinter den Suizidideen liegenden Probleme und Ursachen in der Therapie behandelt werden. Dabei hat der Therapeut die wichtige Funktion, den Patienten zu halten und abzuschätzen, wie real diese Suizidwünsche oder -phantasien sind. Eine Klinikeinweisung ist nur mit dem Einverständnis des Patienten möglich, es sei denn, er steht kurz davor, sich das Leben nehmen zu wollen. In diesem Fall gibt es gesetzliche Bestimmungen zur "Zwangseinweisung" - hier müssen allerdings schon deutliche Hinweise vorhanden sein.
Die therapeutische Beziehung sollte jedoch möglichst dazu führen, dass der Patient sich nicht zwangsweise einweisen lassen muss, sondern dass gemeinsam ein Weg gefunden wird, Lebensmut und die Lebensfreude wieder wachsen zu lassen. A.S.

Hallo ihr da alle,

Ich habe heute das erste Mal Frau Schwarz's Website besichtigt und bin wirklich sehr erstaunt, wieviele Leute beitragen. Ich hatte auch ein (fuer meine Begriffe recht grosses) Problem, das vor ungefaehr 5 Jahren anfing. Und zwar hatte ich Panikattacken, die mir das Gefuehl gaben, dass ich ersticke oder zumindest nicht mehr atmen konnte. Mein Herz hat dann immer ganz schnell geschlagen und ich hatte Angst, ich wuerde an Ort und Stelle sterben. Nachdem es das erste Mal passierte, wollte ich nirgendwo mehr alleine hingehen. Das war manchmal recht schwierig, denn ich musste ja zur Schule und wollte auch mal meine Freunde besuchen. Ausserdem hatte ich neben dem Abi noch gearbeitet. Mein damaliger Freund hatte mich sehr unterstuetzt und meine kleine Schwester mich oft auf kleineren Wegen begleitet. Aber meine Eltern (besonders mein Vater) dachten oft, ich uebertreibe und 'sollte mich mal zusammenreissen'. Sobald ich in der Naehe von anderen Leuten war, ging alles, aber alleine sein klappte einfach nicht. Ich dachte immer "Was, wenn ich jetzt ersticke? Keiner waere da, um mir zu helfen!!" Nach ungefaehr einem Jahr habe ich mich ueberwunden, eine Therapie anzufangen, denn es konnte einfach nicht mehr so weiter gehen. Meine Mutter hatte mich mit Antje Schwarz vermittelt und anfangs war ich sehr skeptisch und mir war es irgendwie auch peinlich, wegen der vielen Vorurteile. Ich hatte es also kaum jemandem erzaehlt.
Im ersten Jahr der Therapie wurde ich ungeduldig, da sich nichts geaendert hatte und ich wollte aufgeben. Doch im zweiten Jahr konnte ich kleine 'Erfolgserlebnisse' berichten und wurde immer gluecklicher.

Ich schreibe hier ein, da ich viele negative Kommentare zu Therapien gehoert habe und mich auch noch selbst an das Gefuehl der Ueberwindung erinnere. Und ich will auch nicht angeben, aber nach zwei Jahren Therapie hat sich mein Leben WIRKLICH grundlegend veraendert. Es fing damit an, dass ich wieder alleine Bus fahren konnte (was fuer ein Erlebnis!!), dann konnte ich alleine zur Schule gehen und wie froh war ich, als ich endlich alleine Auto fahren konnte!! Wie sich der Rest ergab, weiss ich gar nicht mehr: Bin alleine nach England gezogen, von dort alleine fuer vier Monate nach Australien gereist und habe gerade (im Alter von 23) mein Studium in England angefangen.
Das haette ich mal nie erwartet, schliesslich konnte ich nicht mal alleine zum Briefkasten in unserer Strasse gehen!!

Ich hoffe, ich habe Euch damit nicht gelangweilt, ich wollte Euch nur ein bisschen Mut geben: Auch wenn es erst schwer ist, sich einzugestehen, dass man 'ein Problem hat' und dann die Therapie auch etwas dauert und man nur langsam Fortschritte macht: Es lohnt sich und es hilft WIRKLICH. Zumindest wenn man daran glaubt und wirklich Hilfe annehmen kann!

Susie

Wer kann mir sagen, wo ich eine therapeutische Sandspielkiste erhalten kann oder kann man diese nur selberbauen?
Bin über jeden Hinweis dankbar.
Manuela

HAloo!

Es gibt eine Deutsche Gesellschaft für Sandspieltherapie

www.sandspiel.de

dort sind unter "Mitglieder" alle Therapeuten nach PLZ aufgeführt.

Kay S

hallo, hatte heute das lezte gespräch mit meiner jugendthera. hab auch nun enfdlich mal eine feste dieagnose. sonst hieß es ja immer ein bischen das ein bischen davon und dann eher richtung sowieso. nun wollte ich fragen wer was damit anfangen kann oder eine ähnliche diagnose hat. und so klingt das ganze (rechtgeschwollen):

Persönlichkeitsentwicklungsstörung mit vorwiegend ängstlich vermeidenden und zwanghaften anteilen und postpupertären autonomiebestreben.

ich hoffe es tippen ein paar leute was dazu. bin leicht überfordert damit.

angel

Lieber Angel,

eigentlich ist so eine Diagnose insbesondere für die das therapeutische Herangehen von Bedeutung.

In der Therapie kannst du dich dann tiefergründiger kennenlernen, als es je mit einer Diagnose ausgedrückt werden kann.

Eigentlich bedeutet dein Diagnose in diesem Falle nur, dass du bemüht bist, dich von deinen Eltern loszulösen (Autonomiebestreben und das nach Abschluss der Pubertät = postpubertär). Dabei gibt es Dinge, die dich ängstigen, die du deshalb vermeidest oder weshalb du nach Strategien suchst, zu mehr Halt zu kommen. Das sind dann die zwanghaften Anteile - und davon kann es viele geben, wie etwa Waschzwang, Kontrollzwang, Ordnungszwang oder auch Verhaltensweisen anderen Menschen gegenüber.

Insgesamt scheint es sich bei dir eher um die Bewältigung einer Entwicklungskrise zu handeln, als um eine schwerere Störung. So ist in deinem Falle eine Therapie sinnvoll zur Lösung dieser Krise und der damit zusammenhängenden innerpsychischen Konflikte, damit es nicht zu einer tieferen Störung kommt.

Alles Gute
Antje Schwarz