Hallo,

Ich bin schon seit 8 Jahren erkrankt und habe so ziemlich alles gemacht : schnippeln bis meine Mutter es gemerkt hatte ( nicht warum sondern mit was hast du das gemacht), die Haut runterkratzen, mich zur Lösung des Aufmerksamkeitsproblem dann selbst verprügelt
... man kann beulen auf den Armen haben, oho..
magersüchtige Phasen, drogenexsesse, selbstmord-versuch, therapien und kliniken, Sex mit egal wem egal wo in der Hoffnung mich selbst im anderen besser spüren zu können/ mich lebendig zu fühlen... bin seitdem ich von zu Hause ausgezogen bin ( vor jetzt 4 Jahren ) nun irgendwie ruhiger geworden , gott sei dank, die Depressionen und der Selbsthass sind geblieben.

Auch die Sache mit der Bulimie ist geblieben, jeden Tag bis ich denke ich würde gleich zerfallen ... irgendwie lebe ich immer noch und bin froh darüber in den nicht-depressiven Phasen ... hatte eine im Sommer, dank einer Verhaltenstherapie. Leider hat sich die Therapeutin nicht mehr gemeldet, wusste von Terminen nichts mehr und ist auch telefonisch nicht mehr erreichbar ... die Rolläden sind unten und ich frage mich, ob ich ein beautiful mind habe, alles nur geträumt war.
Zur Zeit ist für mich die härteste Zeit des Jahres .. Weihnachten bei meinen Eltern und es ist echt fürchterlich. Die letzten Tage habe ich soviel geweint, dass sich meine Augen entzündet haben und ich kann nur manchmal damit aufhören.
Das traurige Gesicht meines Vaters, wenn er mir sagt, dass er jetzt weiss, dass ich echt krank bin, die zynische Stimme meiner Mutter, die sagt ich solle, wenn ich schon alles leer fresse, wenigstens den Müll raustragen ... merry xmas.
Ich denke immer wieder an Selbstmord, habe mir aber geschworen als ich weiter leben durfte, niemals mehr sowas zu tun , sondern eher weg zu gehen ... wieder nach Australien, da gings mir besser... Freiheit.
Auch ist es zur Zeit besonders schwer, da ich im Sommer mich traute zu hoffen ( tatsächlich eine Woche ohne einmal kotzen durchstand ) und danach aus erwähnten Gründen den Anschluss verlor. Ich dachte ich hätte es diesmal schaffen können, traute mich zu glauben und bin tierisch auf die Schnauze geflogen.
Ich habe mich jetzt an einen Sytentheoretiker gewendet und hoffe ... es ist so schwer.
Wenn ich nicht leer bin, fühlt es sich an als würde ich innerlich zerreissen, heiss und kalt und es ist sehr schwer nicht grenzenlosen Wutanfällen nachzugeben, aus dem Fenster zu springen oder alles in stücke zuschlagen.

Ich will eigentlich nur sagen, dass es, egal wie immer irgendwie geht ... ich rede nicht von Sonnenschein, ich rede nur vom Privileg leben zu können egal wie scheisse das Leben ist und von Willen weiterzumachen.